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Roland und Rolândia im Nordosten von Paraná

Do Roraima ao OrinocoTítulo: Roland und Rolândia im Nordosten von Paraná
Autor: Dr. Peter Mainka
Número de páginas: 325
Formato: 16 x 23 cm
Preço: R$ 39,00
ISBN: 978-85-98605-27-2
Data de publicação: 2008


Am 25. April 1932 trifft Oswald Nixdorf auf einer Urwaldlichtung ein, auf der ein paar Palmito-Ranchos stehen – heute die Halbmillionenstadt Londrina im Norden des brasilianischen Bundesstaates Paraná. Er ahnt nicht, niemand ahnt es, dass hier und jetzt ein markantes kleines Kapitel deutscher und brasilianischer Geschichte seinen Anfang nimmt.

Der Würzburger Historiker Peter Mainka geht ihm in den Details nach. Er verwendet dabei u.a. erstmalig das kürzlich aufgetauchte Privatarchiv des einstigen „Kolonieleiters“ Nixdorf, der im Auftrag einer deutschen Institution hier im brasilianischen Urwald eine Ansiedlung deutscher Auswanderer schaffen und betreuen soll.

Der 30. Januar 1933 macht aus diesem Unterfangen ein politisches Abenteuer. Die Verfolgung von politischen Gegnern und von Juden setzt ein, die Betroffenen beginnen sich nach Lebensmöglichkeiten außerhalb Deutschlands umzuschauen.

Erich Koch-Weser, Reichminister a.D., und Johannes Schauff, Ex-Abgeordneter des Zentrums im Reichstag, erscheinen auf der Bildfläche und kaufen in Nordparaná Land – für sich selber und für bedrohte Freunde. „Roland“ heißt die neue Siedlung – Nixdorf wie Koch-Weser haben Wurzeln in Bremen.

Die Entwicklung der „Kolonie Roland“ in ihren ersten Jahren verfolgt Peter Mainka in sorgfältiger Quellenarbeit.

Im Laufe der Zeit bis 1936 siedeln sich Bauernsöhne aus den alten deutschen Gründungen in Rio Grande do Sul hier ebenso an wie eine zunehmende Zahl von Emigranten, die zumeist aus dem bürgerlich-akademischen Umfeld stammen und im brasilianischen Urwald vor völlig neuen Aufgaben stehen. Hinzu kommt, dass die Szenen der nationalen und weltgeschichtlichen Politik dieser Zeit auch in das Leben der entlegenen Kolonie intensiv hineinwirken: einerseits der „lange Arm“ des NS-Regimes, der auch nach Roland ausgreift und dort ideologische Spannungen und Spaltungen schafft; andererseits die gegenläufige „Nationalisierungs-Kampagne“ der Vargas-Ära, welche die kulturelle Identität und Selbstbestimmung der Kolonisten bedroht; und schließlich der Kriegseintritt Brasiliens 1942, der dieses oppressive Klima noch verschärft.

Dem ersten Kolonieleiter ist die verwickelte Lage in diesen Anfangszeiten bald zum politischen Verhängnis geworden. Doch die Fundamente, die in den ersten Jahren unter seiner Regie gelegt wurden, waren solide genug, um die historischen Wirren der Epoche zu überstehen. Davon zeugt auch heute, 75 Jahre nach Ankunft der ersten Bremer im nordparanaenser Urwald, der „Roland“ im Zentrum der Stadt, ein etwas kleinerer Zwillingsbruder des Bremer Schutzpatrons, Symbol der Verbundenheit mit der Heimat der Gründerväter, Beweis auch dafür, dass der historische Rang der Gründungsgeschichte Rolândias unvergessen ist.

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